Heimat- und Geschichtsverein

Wächtersbach e.V.

Museen

Sonderausstellung Adt 2015In diesem Jahr widmet sich der Heimat- und Geschichtsverein Wächtersbach e.V. der Geschichte dieses einst größten und wichtigsten Arbeitgebers der Stadt in einer Sonderausstellung im Heimatmuseum. Es werden weit über 200 Exponate (Fotos, Dokumente, Erzeugnisse) der Adt AG zu sehen sein, dazu auch seltene Fotos ihres Vorgängers, der Kartonagenfabrik Friedrich Christian GmbH vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Die Ausstellung wird am Sonntag, 12. April eröffnet.

Die Adt AG arbeitete im Bereich Brückenstraße/Bahnanlage von 1920 bis in die 80er Jahre, dann wurde sie stillgelegt und die weitläufigen Gebäude abgerissen. Nur das große Verwaltungsgebäude blieb erhalten und wird heute gewerblich genutzt. Auf dem umfangreichen Firmengelände – heute: „Im Ziegelgarten" - entstanden zahlreiche Wohnhäuser und einige Arztpraxen.

Zur Zeit arbeitet das Museumsteam noch an der Gestaltung der Ausstellung. Das Foto zeigt Museumsleiter Kurt Schuh (Mitte) mit seinen Helfern Dietmar Brinkmann (l.) und Thomas Janik (r.) bei der Arbeit. Die Präsentation dürfte nicht nur für die Anlieger der der Straße „Am Ziegelgarten" sehr interessant sein, sondern auch für alle Neubürger unserer Stadt, die sich über unsere Vergangenheit informieren möchten. Unser Heimatmuseum ist dafür der geeignete Ort!

Kurt Schuh mit RiesenbecherSeit vielen Jahren sind Henkelbecher aus der Produktion der Wächtersbacher Keramik sehr beliebt und mit ihren vielfältigen Motiven und Beschriftungen ein belebendes Element auf so manchem Frühstücktisch. Das Museum für Wächtersbacher Keramik des Heimat- und Geschichtsvereins zeigt eine große Auswahl dieser nicht nur regional, sondern auch bundesweit bekannten Becher mit ihrem einheitlichen Fassungsvermögen von ca. 0,3 Liter.

Offensichtlich geht es aber auch noch größer. Museumsleiter Kurt Schuh konnte sich über einen Becher im Großformat freuen, der kürzlich dem Museum für seine Schausammlung übergeben wurde (Foto). Mit einem Fassungsvermögen von etwa 10 Litern dürfte er selbst exzessiven Kaffee- und Teegenießern genügen!

Natürlich wurde dieser XXL-Becher nicht für den allgemeinen Gebrauch gefertigt, sondern vermutlich nur in kleiner Auflage als Werbemittel für Geschäftsfreunde und Kunden des Werks. Freunde der Wächtersbacher Keramik können ihn im Museum am Marktplatz in der Altstadt bewundern, zusammen mit dessen umfangreicher Sammlung vieler sehenswerter Objekte aus der Produktion der Schlierbacher Fabrik von 1832 bis in unsere Tage. Ein Besuch ist immer ein besonderes Erlebnis! Auskunft über Öffnungszeiten usw. gibt gerne Museumsleiter Kurt Schuh, Telefon: 06053/2574.

Viel Neues im Wächtersbacher Heimatmuseum

In diesem Jahr erwarten die Besucher des Museum drei sehenswerte Sonderausstellungen.

Himmelsscheibe von NebraIm September 2011 hielt Professor Dr. Bruno Deiss, Wissenschaftlicher Direktor des Physikalischen Vereins und Astrophysiker an der Goethe-Universität Frankfurt beim Heimat- und Geschichtsverein einen Vortrag über die weithin bekannte Himmelsscheibe von Nebra. Dabei konnten die Besucher eine originalgetreue Replik dieses bedeutenden archäologischen Fundes begutachten. Auf vielfachen Wunsch wird nun diese vor etwa 3.600 Jahren aus Bronze mit Goldauflagen gefertigte Nachbildung im Heimatmuseum ausgestellt, dazu finden sich entsprechende Erläuterungen mit zahlreichen Fotos. Das vor einigen Jahren am Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt entdeckte einzigartige Original (31 cm Durchmesser, ca. 2,1 kg. schwer) gilt als die weltweit erste „realistische" Abbildung des gestirnten Himmels. Sonne, Mond und die Sternengruppe der Plejaden sind zu erkennen, Horizontbögen aus Goldblech geben die Morgen- und Abendweite des Sonnenlaufes wieder. Es ist erstaunlich über welch umfassende astronomische Kenntnisse bereits unsere („primitiven") Vorfahren der Steinzeit verfügten.

Die zweite Sonderausstellung widmet sich unter dem Titel „Klingende Spielereien aus Holz" besonderen Bastelarbeiten des Wächtersbacher Pfarrers Christoph Schilling. In seiner Freizeit entwickelt und baut er mit geschickter Hand und erstaunlicher Präzision kleine und große Maschinchen, bei denen es möglichst klingen und rappeln, scheppern und zappeln muss. So sind inzwischen zahlreiche Objekte entstanden, von denen im Museum eine sehenswerte Auswahl gezeigt wird. Durch Handkurbeln bedient, rührt z.B. eine Hausfrau im Kochtopf, ein Vikar versucht, ein Kreuz zu schlagen, eine Musikmaschine klingelt in allen Variationen und ein aus dem Schlaf aufgeschreckter Politiker hebt die Hand zu Abstimmung. Kugel- und Geschicklichkeitsspiele laden zum Mitmachen ein. All das Ausgestellte hier zu beschreiben, ist nicht möglich, man muss es selbst gesehen und betätigt haben.

NussknackerAuch die dritte Ausstellung verdient besonderes Interesse. Gezeigt werden 36 optisch reizvolle Nussknacker-Figuren aus der Sammlung von Annemarie Heck aus Wächtersbach. Über 100 Exemplare – sorgsam aufgereiht in Regalen - sind inzwischen zentraler Blickpunkt in der Wohnung des Ehepaares und Ergebnis eines jahrelangen Sammlerfleißes. Aus Platzgründen konnten sie aber nicht alle im Museum untergebracht werden Trotzdem findet der Besucher hier eine bunte Vielfalt von Größen, Charakteren und Nationalitäten. So steht der stolze Soldat neben dem Wilderer, eine Gärtnerin leistet einem fernöstlichen Potentaten und streng dreinblickenden Wachtmeistern Gesellschaft und selbst der berühmte Detektiv Nick Knatterton (die Älteren werden sich erinnern) darf in der lustigen Schar nicht fehlen.

Mit diesen drei Themenkreisen der Sonderausstellung ist dem Museumsteam mit seinem Leiter Kurt Schuh auch in diesem Jahr wieder ein großer Wurf gelungen. Eröffnung und erste Besuchsmöglichkeit ist am Sonntag, 7. April in der Zeit von 15 bis 18 Uhr.

Die Sonderausstellung im Wächtersbacher Heimatmuseum zum Leben und Werk des bekannten Hesseldorfer Malers C.A. Mülhardt (1884-1976) konnte bisher zahlreiche Kunstfreunde begeistern und führte sogar Besucher von weither in unsere Stadt. Die Vielfalt der verschiedensten Motive der Gemälde und Zeichnungen des Künstlers, auch Fotos aus seinem Privatleben und verschiedene original erhaltene Arbeitsgeräte bieten dem Betrachter ein lebendige Dokumentation und Überblick zu seiner künstlerischen Entwicklung. Besonders die Arbeiten des jungen Malers vom Beginn des 20. Jahrhunderts sind von hoher Qualität, dazu auch Kinderbilder aus allen Schaffensperioden, die in vielen Wohnungen der Region, besonders in seinem Heimatort Hesseldorf noch heute einen Ehrenplatz einnehmen. Hierzu zeigt die Ausstellung zahlreiche Werke, so z.B. zwei Porträts von Prinzessinnen des Hauses Ysenburg. Reizvoll sind auch die Landschaftsbilder von Bracht- und Kinzigtal, dazu Ansichten aus Städten der Umgebung; ein Beispiel hierzu ist das ausgestellte Gemälde des Untermarktes in Gelnhausen.

Die Museumsleitung weist darauf hin, dass die Mülhardt-Sonderausstellung nur noch am Wächtersbacher Herbstmarkt (16. Oktober) und abschließend am Weihnachtsmarkt (26. November) besichtigt werden kann und mit Beginn der Winterpause dann aufgelöst wird. Die Öffnungszeiten an beiden Tagen: Jeweils von 13 bis 18 Uhr, letzter Einlass um 17.30 Uhr. Sonderführungen können aber außerhalb dieser Termine noch mit Museumsleiter Kurt Schuh vereinbart werden (Telefon: 06053/2574).

Kaum hat der Besucher das Museum im 1495 erbauten alten Rathaus am Marktplatz betreten, wird er sicherlich beeindruckt sein von der besonderen Atmosphäre des altehrwürdigen Gebäudes, das über 500 Jahre hinweg die Stadtgeschichte begleitet und als einstiger Sitz der Stadtverwaltung viele ungewöhnliche Ereignisse erlebt hat. Die Chronik berichtet sogar über einen Mord in seinen Mauern, der sich 1567 in Folge eines Streites zwischen Gästen einer Hochzeitsfeier ereignete, die im Sitzungssaal des Obergeschosses stattfand. In den „Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach“, der Schriftenreihe des Heimat- und Geschichtsvereins, wird u.a. auch hierüber ausführlich berichtet.

Einer der zahlreichen Anziehungspunkte im Erdgeschoss ist die Sammlung zur Erdgeschichte unserer Heimat, die über 100 interessante Fundstücke verfügt, so z.B. sind ein mächtiger Backenzahn eines eiszeitlichen Mammuts und der Abdruck einer Knochenplatte eines Riesen-Amphibiums auf einer Buntsandsteinplatte zu sehen, die im „Teufelsgraben“ nördlich der Stadt gefunden wurde und etwa 240 Millionen Jahre alt ist. Immer wieder sind besonders auch die jungen Museumsbesucher fasziniert von einer riesigen Mördermuschel aus dem Pazifik, die einen interessanten Bezug zu Wächtersbacher Geschichte hat. Die Sonderausstellung dieses Jahres zum Leben und Wirken des Hesseldorfer Malers C.A. Mülhardt (1884-1976) im ersten Stock des Museums fand bereits an den ersten Öffnungstagen ein großes Interesse von Gästen aus nah und fern. Hauptsächlich in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg festigte Mülhardt seinen guten Ruf als Meister des Kinderporträts und fand in unserer Region zahlreiche Kunden. In der Ausstellung sind einige seiner ausdrucksvollen Arbeiten zu sehen. Ein Beispiel hierzu zeigt die Abbildung

Natürlich empfiehlt sich gleichzeitig ein Besuch des Museums für Wächtersbacher Keramik gegenüber dem Heimatmuseum. Auch hier gibt es immer wieder Neues zu entdecken und die Beschäftigung mit der Geschichte dieses Traditionsunternehmens ist außerordentlich spannend und lehrreich. Das Museumsteam steht seinen Gästen wieder am Sonntag, 7. August, von 14-17 Uhr zur Verfügung. Termine für Sonderführungen vermittelt der Verkehrs- und Gewerbeverein Wächtersbach e.V. unter 06053/9213 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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