Heimat- und Geschichtsverein

Wächtersbach e.V.

„Der Vogelsberg – ein Vulkan im Ruhestand" – erdgeschichtlich – heimatkundliche Exkursion in den Büdinger Wald

Bei kühlem, aber durchaus akzeptablem Wetter führte Gerhard Jahn am 25. Mai dreißig Wanderer von Waldensberg aus zunächst zum nahen Nebelsberg, einer 375 m hohen Erhebung am Ortsrand. Bei guter Fernsicht hatte man einen hervorragenden Blick über die abwechslungsreiche Landschaft bis hinauf zum hohen Vogelsberg mit Hoherodskopf und Herchenhainer Höhe. Hier kam die Entstehung des Mittelgebirges durch vulkanische Aktivitäten vor ca. 23 bis 7 Millionen Jahren zur Sprache und wenig später am Waldrand der historische Bergbau auf Braunkohlen in den Gruben Ida-Elisabeth und Hedwig zwischen den Bergkuppen „Moorhans" und Schulkopf", der endgültig 1955 eingestellt wurde. Von diesen Aktivitäten sind heute nur noch geringe Spuren erkennbar, so z.B. im inzwischen aufgewachsenen Wald einige Einsturztrichter der unterirdischen Stollen (sog. Pingen) oder auch ringförmige Erdwälle, die beim Anlegen von Entlüftungsschächten um diese herum aufgeworfen wurden. An Hand historischer Fotos und informativen Schautafeln konnte der Exkursionsleiter das Aussehen der einstigen Anlage und auch die Entstehung der hiesigen Braunkohlenlager anschaulich erläutern und auch entsprechende Proben aus seiner Sammlung vorzeigen.

Der Weg führte anschließend entlang des Waschbachs nach Süden, wo man die Reste früherer  Sandgruben begutachten konnte. Der Bachlauf bildete früher die Grenze zwischen dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt im Westen und dem Königreich Preußen im Osten, gut nachvollziehbar an den noch vorhandenen Grenzsteinen mit den Kennzeichnungen GH und KP. In diesem Gebiet finden sich auch zahlreiche mächtige Quarzitfelsen. Das zäh-harte, aus Quarzsand entstandene Gestein, von dem man ebenfalls Handstücke begutachten konnte, diente unseren Vorfahren der Steinzeit zur Fertigung primitiver Werkzeuge, die z.B. auch bei Wittgenborn gefunden wurden und im dortigen Töpfermuseum ausgestellt sind.

Im weiteren Verlauf der Wanderung, besichtigte man die eindrucksvolle fürstliche Grablege in der Nähe des Geisweihers und konnte interessante Details zur historischen Reffenstrasse, dem Distrikt „Wolfsgalgen" und auch zu einigen Gedenksteinen am Wegesrand erfahren. Oberhalb von Rinderbügen bot sich dann ein Blick in den dortigen gewaltigen Basaltsteinbruch mit seinen verschiedenen Gesteinschichten, deren Entstehung vom Referenten ebenfalls mit Schautafeln erläutert wurde. Vorbei am Zechenhaus der früheren Braunkohlengrube „Hedwig" und einem bemerkenswerten Gedenkstein, den Fürst Otto Friedrich seinem Jagdfreund, dem Grafen Douglas-Langenstein  (1907-1987) errichten ließ, führte dann der Weg wieder zurück nach Waldensberg, dessen Geschichte als jüngstes Dorf der Region ebenfalls nicht vergessen wurde.

Die Wanderung hat wieder einmal gezeigt, welche kulturellen Schätze die Landschaft um Wächtersbach und im Büdinger Wald zu bieten hat, die es zu erhalten gilt. Hier bestmöglich mitzuwirken und für deren Besuch zu werben, ist ein besonderes Anliegen des Heimat- und Geschichtsvereins. Ein ausführlicher Wanderführer, in dem Gerhard Jahn sieben solcher Ausflüge mit vielen Bildern und Karten ausführlich beschreibt, ist zur Zeit noch lieferbar und kann beim Verein oder in der Buchhandlung Dichtung + Wahrheit am Obertor in Wächtersbach zum Preis von EUR 15,-- erworben werden.        

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