Heimat- und Geschichtsverein

Wächtersbach e.V.

Vortragsabende und Ausflüge

20171115Mittwoch, 15. November 2017, 19:30 Uhr, Aula der Friedrich-August-Genth-Schule:

Die Wegscheide bei Bad Orb - Ein Spiegel von 100 Jahren deutscher Geschichte

Lichtbildervortrag von Christine Raedler M.A., Leiterin des Zentrums für Regionalgeschichte des Main-Kinzig-Kreises

Im Jahr 1911 plante die wilhelminische Regierung im Bereich Bad Orb, Wegscheide, Villbach und Lettgenbrunn einen Truppenübungsplatz. Trotz der erheblichen Proteste der Bevölkerung folgten Enteignungen und ab 1914 entstand auf der Wegscheide ein Barackenlager für die Soldaten, die nach ihrer Ausbildung von hier aus in die menschenverachtenden Schlachten des 1. Weltkriegs geschickt wurden. Ab 1915 hat man im Lager dann Kriegsgefangene untergebracht. Nach Kriegsende wurde die Wegscheide zeitweilig als Landschulheim für Frankfurter Kinder genutzt, die hier gemäß der Reformpädagogik des Gründers August Jaspert „im harten Lager an frischer Luft“ Erholung von der Großstadt finden sollten.

Die Zeit des Nationalsozialismus beendete diese friedliche Nutzung. Das weiträumige Gelände diente nun der Luftwaffe zum Training für Bombenabwürfe und ab Kriegsbeginn 1939 wurde auf der Wegscheide ein Stammlager für Kriegsgefangene (Stalag) eingerichtet. Nach Franzosen, Briten und Polen kamen ab Mitte 1941 Russen hierher. Ihre Unterbringung und Versorgung war vernichtend; sie hausten im Freien und hatten so nur geringe Überlebenschancen. Hiervon zeugt der in der Nähe angelegte Waldfriedhof, in dem - soweit erfasst – 1.430 sowjetische Todesopfer in Massengräbern bestattet wurden.

Nach 1945 diente die Wegscheide als Auffanglager für Heimatvertriebene, die anschließend auf die Orte der Umgebung verteilt wurden. So kamen damals auch zahlreiche Sudetendeutsche nach Wächtersbach und wurden hier sesshaft. Heute wird das Lager hoch über Bad Orb wieder als Landschulheim für Frankfurter Kinder genutzt.

20171025Mittwoch, 25. Oktober 2017, 19:30 Uhr, Aula der Friedrich-August-Genth-Schule: „Am Brunnen vor dem Tore…“

Der Wächtersbacher Lindenplatz einst und heute

Dia-Vortrag von Gerhard Jahn

„Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum“ – wohl jeder kennt dieses bekannte und sehr beliebte Volkslied. Man könnte vermuten, dass Wilhelm Müller, der es im Jahr 1822 schrieb, ein Bürger unserer Stadt war. Denn hier bei uns in Wächtersbach gab es „vor dem Tore“ schon damals nicht nur einen Brunnen, sondern sicher auch einen oder mehrere Lindenbäume. So wurden sie schließlich zum Namenspatron des Platzes vor dem Untertor. Das Areal war schon früh ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, denn hier führte nicht nur die Durchgangsstraße von Gelnhausen in Richtung Hesseldorf und Aufenau vorbei, sondern Reisende und Fuhrleute, die bergauf nach Wittgenborn und weiter in den Vogelsberg wollten, mussten das nahe Untertor passieren und die Stadt durchqueren. Auch die Zufahrt zum Schloss befand sich im nördlichen Bereich des Platzes. Das Pförtnerhaus – heute Verkehrsbüro - ist Zeuge jener Tage. Um den Platz herum siedelten sich im Laufe der Zeit nicht nur Privatleute an, sondern auch verschiedene Gewerbebetriebe. Nachdem durch Umbaumaßnahmen, besonders auch durch das Unwetter vom 1.8.1958, die Linden oftmals vom Platz verschwanden, kann man heute dort wieder einige Exemplare bewundern.

20170930Samstag, 30. September 2017, 14:30 Uhr ab Parkplatz hinter der VR-Bank am Lindenplatz:

Besuch beim Nachbarn: Wir besichtigen den „Vogelsberger Dom“

Führung durch Peter Kauck, Geschichtsverein Birstein

Die weithin bekannte Kirche in Unterreichenbach wurde an Stelle eines Vorgängerbaus aus dem 14. Jahrhundert in den Jahren von 1748 – 1750/54 vom Fuldaer Baumeister Johannes Gallus Diemar nach Plänen des Solmser Bauinspektors Johannes Wiesenfeld errichtet. Diemar war Schüler des fuldischen Hofbaumeisters Gallasini, Erbauer des Doms zu Fulda. Kirchenpatron war zunächst der Fürstabt von Fulda (ab 1752 Fürstbischof), ab 1802 dann das Fürstenhaus zu Isenburg-Birstein, das 2008 auf seine Patronatsrechte verzichtete.

Bauweise: Quersaalkirche, betont durch den Turm vor der Mitte der südlichen Längsseite. Der Bau entstand ohne die übliche Ausrichtung nach Osten. In der Mitte des Innraumes steht der Altar, der Abendmaltisch („Tisch des Herrn“). Nach reformierter Tradition zeigt sich der Innenraum ohne Bildschmuck. Die Bänke und Emporen aus Lärchenholz befinden sich noch im Originalzustand! Besonders bemerkenswert ist über dem Ost-Eingang das Wappen des Fürsten Wolfgang Ernst I. zu Isenburg-Birstein mit der Jahreszahl 1749 (Verleihung des Seraphinen-Ordens durch den schwedischen König Friedrich I).

Wir fahren mit Privat-PKW nach Unterreichenbach und bilden Fahrgemeinschaften. Veranstaltungsdauer dort etwa 2 Stunden.

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